Unsere Schwedenreise 2021

Im letzten Jahr, also 2021, konnten wir endlich zu unserer großen und ersten Reise nach Schweden starten. Unseren Ford Nugget hätten wir eigentlich ja schon im Mai 2020 in Empfang nehmen wollen, so zumindest der damalige Liefertermin, aber daraus wurde ja bekanntlich nichts und somit mussten wir unsere geplante Reise damals absagen. Im Nachhinein ist das dann alles nur halb so tragisch gewesen, denn wir haben den Sommer auch so ganz gut genutzt und es uns zu Hause gut gehen lassen. Nun aber im letzten Juli konnten wir endlich aufbrechen und sind von Rostock aus mit der Fähre Huckleberry Finn der TT-Line nach Trelleborg an die südliche Spitze Schwedens geschippert. Die Fahrt dauerte knapp 6 Stunden, die wir teils an Deck, aber auch im Restaurant bei unerwartet gutem Essen verbracht haben. Die Löschung der Fähre dauerte dann aufgrund der pandemiebedingten Kontrollen recht lange, jedoch konnten wir das Land mit unserem Nugget am Ende schnell befahren.

Unseren ersten Übernachtungsplatz hatten wir uns zuvor ausgesucht und haben ihn im dunklen angesteuert. Umso schöner war das Erwachen am nächsten Morgen, direkt am Strand, lediglich durch Dünen getrennt, konnten wir einen entspannten Morgen bei noch recht windigem Wetter genießen.

So ging es für uns in den nächsten Tagen weiter Richtung Süden, dabei haben wir relativ oft einfach frei übernachtet, aber auch hin und wieder einen der zahlreichen Campingplätze angesteuert. Das Highlight war hier der Ekna Naturcampingplatz oberhalb von Växjö, direkt am See Helgasjön gelegen. Hier steht man in kleinen, sehr idyllischen Buchten direkt am See inmitten der Natur und hat nicht wirklich das Gefühl, auf einem Campingplatz zu sein. Sanitärgebäude sind am Platz selbst auch nicht zu finden, lediglich zwei aufgestellte Toilettenhäuschen und direkt oben am Eingang eine Ver- und Entsorgungsstation für Frisch- und Abwasser sowie die Chemietoilette. Strom gibt es ebenfalls nicht, es sei denn, man bleibt eben direkt oben am Eingangsbereich stehen, dort befindet sich ein Platz mit Stromanschluss.

Kulturell haben wir nicht viel unternommen, denn wir wollten die Natur genießen und das Land kennen lernen, auf unsere Art. Dennoch haben wir ein paar Stationen angefahren, so zum Beispiel die Schlossruine Kronoberg bei Vaxjö, die zu den schönsten Ruinen in Schweden zählt und in der es besonders für Kinder viel zu entdecken gibt. Auch in Stockholm waren wir für einen Tag, hierzu haben wir zwei Nächte auf einem außerhalb der Stadt gelegenen Campingplatz übernachtet und sind mit dem Bus nach Stockholm gefahren.

Schweden hat 30 Nationalparks über das Land verteilt, zwei davon haben wir davon besucht und sind total fasziniert von dieser unglaublichen Weite und Unberührtheit der Natur. Wobei unberührt hier sicher nicht ganz richtig ist, denn auch hier wird Forstwirtschaft betrieben und auch mal mit gezielten Feuern der Natur auf die Sprünge geholfen. Die von uns besuchten Orte waren der Store Mosse Nationalpark oberhalb von Värnamo und der Tresticklans Nationalpark Nähe Rävmarken nahe der norwegischen Grenze. Beide Parks bieten auch Stellplätze für eine Nacht an, so dass man geplante Wanderungen auch beruhigt angehen kann, ohne sich anschließend um einen Übernachtungsplatz kümmern zu müssen.  Wir haben auf dem Parkplatz des Tresticklans Nationalparks übernachten, nachdem wir von einer schönen ausgedehnten Wanderung zurück gekommen sind. Unsere selbst gesammelten Blaubären haben wir im Nugget direkt mit leckerem Milchreis verspeist, das war wirklich unglaublich lecker.


Wir wollten natürlich auch Elche sehen und so sind wir gleich ziemlich am Anfang in einen kleinen Elchpark gefahren. Der Elinge Elchpark unterhalb von Ljungby zeigt Elche, direkt am Eingang bekommt man Futter und kann diese dann selbst füttern und streicheln. Da wussten wir noch nicht, dass wir auch unterwegs in freier Wildbahn Elche sehen. Dennoch haben wir am vorletzten Tag unserer Reise nochmals einen Elchpark besucht, die Smalandet Moose Safari bietet die Möglichkeit, mit dem eigenen Auto durch ein riesiges Gehege zu fahren und so die Elche Hautnah zu beobachten. So hautnah, dass wir später lecken Elchsabber auf unserer Scheibe hatten, aber das war wirklich ein Highlight. Hier kann man auch so oft die Runde drehen, wie man mag, es gibt dafür keine Begrenzung, außer die Schließzeiten.

Elch im Elinge Elchpark, Schweden

 

Für uns ist Schweden aber nicht nur das Land der Elche, der Nationalparks und der unglaublichen Landschaften. Ein großer Teil unserer Kindheit und der unseres Sohnes sind geprägt durch die Geschichten von Astrid Lindgren. So war es unabdingbar, auf ihren Spuren zu wandeln und auch die Astrid Lindgren Welt in Vimmerby zu besuchen. Hierbei handelt es sich um einen Freizeitpark mit allen erdenklichen Schauplätzen der bekannten Protagonisten. Michel aus Lönneberga, Pippi Langstrumpf und Lotta aus der Krachmacherstrasse kann man hier wirklich erleben. Zu regelmäßigen Zeiten werden hier an verschiedenen Orten kleine Theaterstücke mit wirklich authentischen Darstellern geboten, anschließend kann man die Gebäude direkt erkunden. Ein tolles Erlebnis für uns alle. Wenn wir dieses Jahr wieder dort sind, wollen wir hier unbedingt etwas länger bleiben, es war einfach viel zu schön.

Wo Licht ist, ist auch Schatten, aber nur ein ganz Kleiner, denn wir haben uns irgendwo auf dem Weg zum ersten Elchpark eine gemeine Schraube in den Reifen gefahren. Als wir den Park wieder verlassen wollten, blinkte die Reifendruckkontrollanzeige und signalisierte einen erheblichen Druckverlust des hinteren linken Reifens. Ganz ehrlich, wäre diese Funktion in den heutigen Fahrzeugen nicht verbaut, wir hätten es wahrscheinlich viel zu spät bemerkt. Also haben wir eine Werkstatt aufgesucht, die uns den Reifen fachmännisch geflickt hat und so konnten wir die Reise unbeschwert fortsetzen.

Unser Fazit fiel und fällt einfach so positiv aus, dass wir uns für dieses Jahr gleich wieder vorgenommen haben, dieses wundervolle Land erneut zu besuchen. Es wird noch weiter in den Norden gehen und wir wollen noch mehr Zeit an den für uns schönsten Orten verbringen, dafür haben wir dieses Mal 6 Wochen Zeit. 2021 sind wir knapp 5.000 Kilometer gefahren, haben gut 450,- Euro für Diesel verbraucht und 40 Euro für einen geflickten Reifen (der übrigens immer noch hält). Die Stellplatzgebühren haben wir nicht dokumentiert, ebenso wenig unsere dort gekauften Lebensmittel. Alles in Allem haben wir aber festgestellt, dass die Preise in Schweden relativ identisch zu unseren sind, lediglich Milchprodukte waren etwas teurer. Alkohol müssen wir außen vorlassen, denn wir konsumieren so wenig, dass es egal ist, ob das Bier einen oder fünf Euro kostet. Die Spritpreise sind schon ein ganzes Stück teurer, im Sommer 2021 lag der Diesel bei 1,68 Euro pro Liter, jetzt aktuell im Februar 2022 bei etwa 2,20 Euro. Treibstoff wird überall teurer, also auch in Schweden und entweder man fährt, oder man lässt es. Sich darüber aufzuregen macht in meinen Augen keinen Sinn.

Zuletzt zeige ich Euch hier noch einen kleinen Film, den ich aus den wenigen Schnippseln, die während der Reise entstanden sind, zusammengeschnitten habe. Viel Spaß beim Anschauen und wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr unseren Kanal auf Youtube abonniert.

 

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